[MSN] Cranach-Werke aus Klieken. Ermittlungen 28 Jahre nach der Tat endgueltig eingestellt - Diebstahl aus Kirche

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Wed Apr 9 15:23:14 CEST 2008


Cranach-Werke aus Klieken
Kunstraub bleibt ungesühnt
 
Ermittlungen 28 Jahre nach der Tat endgültig eingestellt - Diebstahl aus
Kirche
 
von Steffen Reichert, 08.04.08, 21:45h, aktualisiert 09.04.08, 11:32h
 
Klieken/MZ. Fast 28 Jahre nach einem der spektakulärsten deutschen
Kunstraube sind die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft
endgültig eingestellt worden. Es geht um zwei Lucas-Cranach-Altarflügel, die
1980 aus der Kirche von Klieken bei Coswig gestohlen worden waren. Im Juli
2007 waren sie bei einem Antiquitätenhändler im bayerischen Bamberg
wiederentdeckt worden. Der Händler streitet sich unterdessen mit der
Landeskirche Anhalts um die Gemälde. Sie lagern derzeit im Landeskriminalamt
München.
Im Mai 1980 waren die wertvollen, je einen Meter mal 40 Zentimeter großen
Gemälde aus der Kliekener Dorfkirche entwendet worden.
Trotz extrem aufwendiger Ermittlungen konnten Kriminalpolizei und
DDR-Staatssicherheit den oder die Täter nie ausfindig machen. Die Spur lässt
sich bis zum April 1990 verfolgen, als ein Mann aus Jena die Werke in Bayern
zum Verkauf anbot. Sie wechselten bis 2007 noch mehrfach den Besitzer.
"Der Diebstahl ist verjährt, die Hehlerei nicht nachweisbar", sagte der
Leitende Oberstaatsanwalt von Bamberg, Joseph Düsel, zu dem Abschluss der
Ermittlungen. Der Händler, bei dem die Bilder im vorigen Jahr entdeckt
wurden, könne belegen, wie er die Werke vom Vorbesitzer erworben hat.
Der Antiquitätenhändler und die Landeskirche Anhalts reklamieren nun das
Eigentum jeweils für sich. "Trotz des Besitzerwechsels hat es keinen
Eigentumsübergang gegeben", sagte der Jurist der Landeskirche,
Oberkirchenrat Wolfgang Philipps der MZ. Es gehe deshalb nur um die Zahlung
von Auslagen an den Kunsthändler. Der Händler dagegen will zwar die Werke
abgeben, verlangt aber eine Entschädigung. Die Höhe ist unklar.
Sachverständige erstellen derzeit Wertgutachten.
Der Händler hatte die Cranach-Bilder in seinem Bamberger
Antiquitätengeschäft für 100 000 Euro angeboten. Das Landeskriminalamt
Bayern schätzt ihren Wert auf eine Million Euro. Seite 3

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