[MSN] Germany. Diebstahl im Naturkundemuseum geahndet

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Mon May 28 15:26:54 CEST 2007


DIEBSTAHL IM NATURKUNDEMUSEUM GEAHNDET
Hochwertige Steine gemopst

COBURG/KRONACH - Ein besonders dreister Diebstahl hielt Ende November vergangenen Jahres die Kripo Coburg in Atem. Ein Unbekannter hatte damals Mineralien aus dem Naturkundemusem der Stadt Coburg und der Stadt Bamberg gestohlen und diese an einen Abnehmer verhöckert. Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten sowie zu 150 Stunden gemeinnützige Arbeit wurde der einstige „Langfinger“ aus dem Raum Brandenburg am Mittwoch vom Schöffengericht Kronach verurteilt.

Sechs Monate lang hatte der Baumaschinenführer vor dem Hauptverhandlungstermin in Untersuchungshaft verbracht, den Gerichtssaal konnte er am Ende der Verhandlung als freier Mann verlassen. Noch zu Prozessauftakt verweigerte der Angeklagte noch jegliche Angaben zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, die lauteten:

Irgendwann in der Zeit von Juli 2005 bis November 2006 soll der Angeklagte bei Besuchen im Coburger Museum Steine im Wert von rund 1900 Euro gestohlen haben. Im gleichen Zeitraum soll er sich auch im Bamberger Museum an hochwertigen Ausstellungsstücken im Wert von rund 500 Euro vergriffen haben. Mitangeklagt auch eine der größten Diebestouren des 33-Jährigen im Raum Münster. Im März 2006 soll er im „Mineralogischen Museum“ bei einem Besuch die Scheibe einer Vitrine eingeschlagen und seltene Erzmineralien im Wert von mindestens 100 000 Euro zerstört haben. Dannach soll er abgesplitterte Steinkristalle im Wert von 30 000 Euro gestohlen haben.

Im zweiten Anlauf der Verhandlung gab der 33-Jährige am Mittwoch dann die Diebstähle in Coburg und Bamberg zu. Er informierte, dass ihm sein Hauptabnehmer angeboten habe, ihm interessante Stücke abzukaufen. In der Zeit des Diebstahls habe er damals am Bau der B 173 mitgearbeitet. Fachwissen über Mineralien habe er sich bereits in den vergangenen Jahren angeeignet. Nur zum Teil gab der Angeklagte die Diebstähle in Münster zu.

„Er hat mindesten 40 Stücke geklaut“, erklärte ein Mitarbeiter des Coburger Naturkundemuseums. Lediglich fünf seien nach der Beschlagnahmung des Diebesgutes in die Ausstellung zurück gekehrt. Lange Zeit habe man im Museum nicht bemerkt, dass etwas gestohlen wurde, da der Angeklagte zum Ausgleich gefälschte, minderwertige Mineralien in die Ausstellungsschachteln gelegt habe.

Ein Coburger Kripobeamter informierte am Mittwoch, wie der Minerialiendieb bekannt wurde. Nach der Anzeige durch die Museen habe sich ein Anrufer unter falschem Namen gemeldet und habe den 33-Jährigen und dessen Abnehmer benannt. Bei einer Durchsuchung beim Käufer seien dann die Steine beschlagnahmt worden.

Die Geständigkeit des Angeklagten lobte Staatsanwalt Dr. Christian Pfab. Strafmildernd sei, dass der Angeklagte bereits sechs Monate in Haft gesessen habe. Nicht nachweisbar sei jedoch der Diebstahl in Münster. Der Anklagevertreter forderte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren sowie 1500 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung. Kritik übte Verteidiger Olaf Schröder, an den Diebstahlschutzvorrichtungen der Museen. Der Verteidiger wollte eine Bewährungsstrafe zwischen eineinhalb und zwei Jahren.

„Die lange Untersuchungshaft war ein wesentlicher Gesichtspunkt, dass der Angeklagte nicht ins Gefängnis muss“, begründete Richterin Sigrun Göller die Bewährungsstrafe. Der Diebstahl in Münster könnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, deshalb könne er für diese Taten nur wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung verurteilt werden. dd

http://www.np-coburg.de




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