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Thu Jan 25 19:36:13 CET 2007
Eremitage-Kunstraub: Erste Vernehmungen vor Gericht
Aufgeschreckt: Der Kunstraub in der Eremitage versetzte die gesamte Petersburger Museumswelt in Panik. (Foto; eva/.rufo)
St. Petersburg. Diese Woche hat ein Gericht zum ersten Mal den Hauptangeklagten zum Raub im Eremitage-Museum vernommen. Die Richter interessierte, wie und zu welchem Preis die Kunstschätze verkauft wurden.
Dazu befragten Sie den Angeklagten Nikolai Sawadskoi, der Mann der Eremitage-Angestellten Larisa Sawadskoi, die kurz vor dem Bekanntwerden des Raubs verstarb. Sawadskoi gibt zu, die gestohlenen Kunstgegenstände teilweise verkauft zu haben, während er seiner Frau die Organisation des Diebstahls anlastet.
Dies bestätigen Experten und Arbeitskollegen der früheren Abteilungsleiterin. Ihrer Meinung nach war es nur einem kleinen Kreis von Museumsleuten möglich, in die Magazinen zu den kostbaren Exponaten zu gelangen.
Allerdings, so die Zeugen, sei es Sawadskoi ohne weiteres möglich gewesen, seine Frau in der Abteilung zu besuchen. Neben Sawadskoi verhörte das Gericht auch dessen Sohn und weitere Personen, die unter Verdacht stehen.
Preismaßstäbe von Sotheby’s und Christie’s
Nach den bisherigen Kontrollen, welche die Eremitage nach dem Auffliegen des Kunstraubs sofort einleitete, fehlen aus dem Museumsbestand insgesamt 226 Exponate aus dem 19. und 20. Jahrhundert, aus denen 75 Sawadskoi angelastet werden.
Keiner von ihnen ist von überdurchschnittlichem Wert, doch schätzen Kunstexperten des Gerichts diesen doch auf insgesamt 215.000 Euro. Dabei orientieren sie sich an Expertisen in Katalogen der Auktionshäuser Sotheby’s und Christie’s.
Genau das kritisierte der Angeklagte und warf den Sachverständigen vor, die Preise seien viel zu hoch angesetzt, denn in Russland hätte man nie solche Summen mit den Antiquitäten verdienen können.
Der Verkauf der Kostbarkeiten war für Sawadskoi tatsächlich ein großes Problem, denn wie sich herausstellte, lehnten viele Petersburger Antiquitätenhändler seine Angebote ab.
Museumswelt steht unter Schock
Nach der spektakulären Entdeckung des Raubs im vergangenen Sommer begannen die Polizei und das Kulturministerium groß angelegte Such- und Kontrollaktionen in den Beständen der Petersburger Museen.
Abteilungsleiter und Konservatoren wurden strengen Verhören und Revisionen unterzogen, Überwachungskameras und Taschenkontrollen eingerichtet. Noch immer steht die Petersburger Museumswelt unter Schock. (eva/.rufo)
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