[MSN] Kunstraub nach zehn Jahren ungeklärt

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Kunstraub nach zehn Jahren ungeklärt
01.10.2006 07:48

Im Spätsommer 1996 verschwanden aus Schloss Reifnitz Glasköpfe von Kiki Kogelnik und andere Kunst. Der Millionenschaden blieb.
   Foto: Walker
Es war gespenstisch", erinnert sich Carolin Walker an jenen Spätsommertag vor zehn Jahren, an dem sie "weil das Wetter diesig war", die Ausstellung in Schloss Reifnitz schon am Vormittag öffnen wollte: "Ich geh' da durch den langen Gang", erzählt sie. Aber alle Glasobjekte waren weg." Zunächst dachte sie, "die Putzfrau hat sie weggeräumt, um sauber zu machen".

Gründlich. Bald sollte sich herausstellen, dass andere ganz gründlich gewesen waren. Nicht nur die venezianischen Köpfe der Künstlerin Kiki Kogelnik waren weg. Auch viele andere Bilder und Objekte, die die Galerie Walker im Sommer 1996 in Schloss Reifnitz präsentiert hatte, fehlten. "Fein säuberlich ausgerahmt, da waren Profis am Werk", sagt sich Carolin Walker, die sofort ihre Mutter - und die Gendarmerie - anrief. "Zuerst dachte ich, sie pflanzt mich", erinnert sich Judith Walker, "aber an der Stimme hab' ich erkannt, dass sie es ernst meint". Wenig später war die Gendarmerie da. "Um stundenlang zu bleiben und alles aufzunehmen", so die Galeristinnen. "DNA-Proben nahm man damals noch nicht" bedauert Judith Walker, "heute wäre es einfacher, so einen Fall zu lösen".

Arbeit nich abgeschlossen. Geklärt wurde er tatsächlich bislang nicht. "Aber wir arbeiten natürlich immer noch daran", versichert Bezirksinspektor Horst Juritsch, Mitarbeiter des Teams um Chefinspektor Franz Wiener, der, so Carolin Walker, "damals sicher sechs Stunden lang aufgenommen hat, was alles fehlt". Es war "sicher der größte Raub zeitgenössischer Kunst in letzter Zeit", bestätigt Juritsch. Man habe Verdächtige überprüft, halte ständig Kontakt mit dem Bundeskriminalamt.

Schaden. Auf rund zwei Millionen Schilling schätzt Judith Walker den entstandenen Schaden - "da mals, da die Köpfe neu auf dem Markt waren. Inzwischen ist der Wert sicher um das Drei- oder Vierfache gestiegen", sagt die Galeristin. "Wären die Künstler nicht so loyal gewesen, hätten wir zusperren können", vermuten die Galeristinnen, die üblicherweise in Klagenfurt, Hermagor, vor allem aber in Schloss Ebenau in Weizelsdorf im Rosental ausstellen. "Die Versicherung hat den Schaden nicht ersetzt", sagt Judith Walker, "das Schloss hatte keine Alarmanlage . . . ". "Jetzt", erzählt sie, haben wir die Sicherheitsmaßnahmen verdreifacht". In der Nacht, in der die Täter, ihren minutiös geplanten Coup gelandet haben, "wollte ich im Schloss Reifnitz übernachten", sagt Judith Walker, "vielleicht war's gut, dass ich das nicht getan habe. Wer weiß, wozu sie fähig gewesen wären, hätte ma sie auf frischer Tat ertappt".

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