[MSN] Lange Haftstrafe im Märklin-Prozess gefordert
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Fri Nov 10 15:12:22 CET 2006
Lange Haftstrafe im Märklin-Prozess gefordert
Im Prozess um den Diebstahl von Märklin-Modelleisenbahnen sind heute die
Plädoyers gehalten worden. Der Staatsanwalt forderte acht Jahre und sechs
Monate Haft für den Angeklagten. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.
Zuvor hatte einer der beiden Verteidiger sein Amt niedergelegt. Am
Nachmittag wird das Urteil erwartet.
"Er verdient seinen Lebensunterhalt mit Diebstählen und Einbrüchen, wer ihm
in die Quere kommt, hat mit Gewalt zu rechnen", sagte der Staatsanwalt im
Ulmer Landgericht über den Angeklagten. Der 33-Jährige sei der Haupttäter
bei dem Diebstahl der Märklin-Modelleisenbahnen. Das sah die Verteidigung
anders und forderte einen Freispruch. Ein Nachweis, dass der Angeklagte am
Tatort gewesen sei, könne nicht erbracht werden. Außerdem habe ein
angeblicher Komplize ein Geständnis, in dem er den 33-Jährigen schwer
belastet habe, widerrufen. Zuvor war bekannt geworden, dass ein Verteidiger
von seinem Amt zurückgetreten ist. Der Angeklagte habe in der
Justizvollzugsanstalt versucht ihn anzugreifen, bedroht und beleidigt, sagte
der Anwalt. Der Angeklagte bestritt den Angriff.
Am Vormittag hatten italienische Polizisten die Verhaftung des Angeklagten
und den Fund von Museumsstücken und Einbruchswerkzeugen in dessen Auto
geschildert. Dem Angeklagten wird vorgeworfen in der Nacht zum 18. Januar
2005 gemeinsam mit Komplizen in das schlecht gesicherte Werksmuseum von
Märklin eingebrochen zu sein und insgesamt 176 Modelleisenbahnen im
Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro aus den Vitrinen entwendet zu haben.
Unter dem Diebesgut befand sich auch das legendäre "Storchenbein" - die
erste Modelleisenbahn überhaupt, sowie Prototypen der berühmten "Krokodile".
Die Gegenstände sind inzwischen wieder im Museum.
In Österreich und Italien festgenommen
Die Anklage geht davon aus, dass an dem Diebstahl insgesamt drei Täter
beteiligt waren. Zwei der Beschuldigten wurden bereits verurteilt. Die Täter
hatten einige der Beutestücke für 55.000 Euro in Wien verkauft. Beim
Versuch, weitere Modelle abzusetzen, waren die Märklin-Räuber an verdeckte
Ermittler des österreichischen Bundeskriminalamtes geraten. Im Zuge einer
weiteren Geldübergabe wurden die drei in Wien und Italien festgenommen.
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