[MSN] Bücherkisten aus Mainz für Herzogin in Weimar. Titel-Dubletten unterwegs zur Anna Amalia Bibliothek.

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Wed Jun 28 11:34:04 CEST 2006


Bücherkisten aus Mainz für Herzogin in Weimar 
Titel-Dubletten unterwegs zur Anna Amalia Bibliothek 
Vom 28.06.2006

Seit gestern sind 248 Bücher in acht Umzugskisten von der wissenschaftlichen
Stadtbibliothek in Mainz auf dem Weg in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek
nach Weimar. Damit findet die vor einem Dreiviertel Jahr als spontane
Hilfsaktion von Kulturdezernat und Stadtbibliothek ihren vorläufigen
Abschluss.

 
Von

Jörg Böhm

Die Spedition G.L. Kayser übernimmt den Transport der Titel-Dubletten, die
nie in den Mainzer Bestand aufgenommen worden sind. "Wir haben viel Energie
rein gesteckt. 15 bis 20 Leute aus dem Haus haben die Bücher durchgesehen
und ausgewählt. Was jetzt nach Weimar geht, kommt von Herzen", sagte Dr.
Stephan Fliedner, Direktor der Mainzer Bibliotheken. Die Bücher stammen aus
Mainzer Klöstern, Ordensniederlassungen oder auch aus Privatbesitz. 

"In Weimar werden diese Werke künftig einen kleinen, aber substantiellen
Beitrag zur Ersatzbeschaffung leisten", so Kulturdezernent Peter Krawietz.
Dennoch sei zu hoffen, dass die Mainzer Exemplare nicht Fremdkörper in
Weimar bleiben. "Kritiker sehen die dortige Sammlung dadurch in ihrem
spezifischen Charakter verfälscht. Doch die Bibliotheksleitungen in Weimar
und Mainz verneinen dies vehement und lehnen eine solche Sichtweise als
puristisch ab", führte Krawietz aus. Dass die Mainzer Bestände in Weimar in
der Masse anderer Bücher eventuell untergehen könnten, müssten indes weder
die Mainzer noch die Buchwissenschaftler befürchten. Die Identifizierung der
Ersatzexemplare werde über die Weimarer Verlust- und Schadensdatenbank
jederzeit möglich sein.

"Nicht nur die Titel der geschenkten Bücher können künftig über den Weimarer
Katalog und weltweit recherchiert werden, sondern auch alle Details zu ihrer
Besitzgeschichte", sagte Krawietz. So könnten auch die Mainzer Provenienzen
virtuell zusammengeführt werden und Grundlage weiterer Forschungen sein. Die
Versicherungssumme der Bände beträgt rund 50000 Euro.



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