[MSN] "Denker" von Alex Jiresch gestohlen - Verwechslung mit Wotruba möglich
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Mon Feb 6 03:30:29 CET 2006
Saliera-Nachahmungstäter sucht Kunstraum heim
"Denker" von Alex Jiresch gestohlen - Verwechslung mit Wotruba möglich
Wien (pts/05.02.2006/23:13) - Der "Denker", eine Bronzeskulptur des jungen
Wiener Bildhauers Alex Jiresch, wurde Opfer eines Kunstdiebstahls.
Ausgestellt im Kunstraum in den Ringstrassen Galerien, hat der Täter
vergangene Woche zugeschlagen. "Der Medienhype um den Saliera-Dieb Robert
Mang hat offenbar einen Nachahmungstäter stimuliert, sich in unserer Galerie
zu bedienen", vermutet Hubert Thurnhofer, Leiter des Kunstraums und
Präsident der IG Galerien, und verweist darauf, dass gerade im Umfeld der
laufenden Berichterstattung der erste Kunstdiebstahl in seiner 11-jährigen
Galeriegeschichte passiert ist. http://www.thurnhofer.cc
Der Kunstrechtsexperte Dr. Andreas Cwitkovits äußert ähnliche Befürchtungen:
"Unser Gentleman-Ganove wird wohl kaum mehr in Museen einsteigen. Doch kann
ich mir vorstellen, dass andere schon an einschlägigen Planungen arbeiten.
Es muss ja nicht unbedingt das Kunsthistorische sein, schlimm genug, wenn
Dorfkirchen ausgeräumt werden." Wenn Medien Verbrecher mit Attributen wie
"Meisterdieb" (Kronen Zeitung) oder "Gentlemen-Lover" (News) hochjubeln, so
stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung der Zeitungsmacher. Sogar
das sonst seriöse Wirtschaftsmagazin trend (Ausgabe 2/2006) hat Robert Mang
zum "Mann des Monats" gewählt und der Republik empfohlen, eine
"Robert-Mang-Task-Force" einzurichten, "um Schwachstellen besser sichtbar zu
machen."
Rechtsanwalt Cwitkovits plädiert daher für mehr Sachlichkeit in der
Berichterstattung: "Ich bin dafür, dass man die
moralisch-politisch-journalistische (und humoristische) Seite strikt von der
juristischen trennt: Unser demokratischer Staat hat sich ein Strafrecht
gegeben, das Stehlen verbietet und das Ausmaß der Strafe an den
eingetretenen oder drohenden Schaden knüpft. Bekanntlich trägt Justitia eine
Augenbinde als Symbol dafür, dass die Rechtsprechung sich nicht von
Sympathie oder Antipathie beeinflussen lassen darf. Deshalb mag die
offenbare Humorlosigkeit des Herrn Staatsanwalts zwar auch wenig cool sein,
aber in der Sache hat er schon recht. Es kann gut sein, dass gerade die
Sicht vieler Medien, es handle sich im Grunde um ein Kavaliersdelikt, zu
besonders intensiven generalpräventiven Überlegungen der Strafrichter und
zur Verhängung einer ungewöhnlich strengen Strafe beitragen. Mein Mitgefühl
für den "Mann des Monats" ist trotzdem begrenzt." http://www.kunstrecht.at/
Im Falle des Diebstahls der Skulptur "Der Denker" von Alex Jiresch könnte
eine Verwechslung vorliegen. Der "Denker" ist eine Reminiszenz auf die
weltberühmte, längst zur Ikone gewordene Skulptur von Auguste Rodin, die
Jiresch in die Formensprache von Fritz Wotruba übersetzt hat. Auch in
anderen Arbeiten erinnert der Stil des 1972 geborenen Künstlers, der 1995
bis 2001 Assistent des New Yorker Bildhauers Roland Tandafir war, an Fritz
Wotruba. "Es kann leicht sein, dass ein mäßig informierter Langfinger die
Skulptur von Jiresch für eine Wotruba-Plastik gehalten hat", vermutet der
geschädigte Galerist und bittet um zweckdienliche Hinweise.
"Denker", Bronze dunkel patiniert
Nummeriert: 3/7
Höhe ca. 25 cm, Grundfläche ca 10x12 cm
Die Nummer eins der sieben Abgüsse des "Denker" sowie weitere Skulpturen von
Alex Jiresch können nach wie vor in der Galerie der Kunstraum besichtigt
werden.
der Kunstraum in den Ringstrassen Galerien
Kärntnerring 9-13/133 (Obergeschoß)
1010 Wien
Geöffnet Mo-Fr 10.00 bis 19.00 Uhr, samstags 10.00 bis 18.00 Uhr (Ende)
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060205004
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