[MSN] Polizei klärt spektakulären Kunstraub auf

msn-list at te.verweg.com msn-list at te.verweg.com
Fri Aug 26 11:20:34 CEST 2005


    Polizei klärt spektakulären Kunstraub auf


        Gestohlene Bilder im Wert von 350 000 Euro sichergestellt -
        Hehler hängt Gemälde über sein Bett

Nach einem Tip aus der Kunstszene hat die Polizei einen der 
spektakulärsten Bilderdiebstähle der vergangenen Jahre aufgeklärt. In 
Eimsbüttel stellten Beamte der Abteilung gegen Organisierte Kriminalität 
(OK) Gemälde im Wert von 350 000 Euro sicher. Darunter ist auch das Bild 
"Kreuzigung Christi" von Albrecht Altdorfer oder der Schule Altdorfer, 
das im April 2000 aus einer Villa in Harvestehude gestohlen wurde. 
Allein dieses Gemälde hat einen Wert von 100 000 Euro.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Polizei den entscheidenden Hinweis 
bekommen. Danach waren mehrere gestohlene Bilder zum Kauf angeboten 
worden. Die Ermittlungen führten nach Eimsbüttel in die Wohnung von 
Klaus M. (58) - ein Volltreffer. Im Schlafzimmer hing über dem Bett das 
Gemälde "Kreuzigung Christi", das zu den bundesweit meistgesuchten 
Kunstwerken gehört. "Im Keller haben wir dann fünf weitere Gemälde 
gefunden, die im April 2000 bei dem Einbruch erbeutet wurden", sagt 
Thomas Menzel, Leiter der OK-Dienststelle. Bei den Bildern, die in einem 
Reisekoffer verpackt sind, handelt es sich um das Porträt "Kardinal 
Infant Ferdinand von Österreich" von dem Maler Van Dyck, Wert 75 000 
Euro, Das Bild "Nachtstück bei Vollmond" von Adriaen Brouwer, Wert 
90 000 Euro, "Amor und Psyche" von Delacroix, Wert 40 000 Euro sowie die 
Werke "Männerporträt" und "Verkündigung", die von unbekannten flämischen 
oder niederländischen Malern stammen. Wert: 45 000 Euro.

Der Zustand der Bilder ist ungeklärt. "Wir können nicht sagen, ob es 
Beschädigungen an den Bildern gegeben hat", sagt Menzel. "Wir werden das 
mit dem ehemaligen Besitzer klären." Der Mann ist bereits entschädigt 
worden. Die Bilder bekommt die Versicherung. Außerdem fand die Polizei 
ein Aquarell, dessen Herkunft unklar ist. Vermutlich wurde es auch 
gestohlen.

Ermittlungen führten zu Maharrem A. (40) aus Serbien-Montenegro und dem 
Bosnier Enes S. (42). Von ihnen hatte Klaus M. die Gemälde bekommen. Die 
beiden arbeitslosen Männer sind als Hehler und Einbrecher bekannt. Die 
Beschuldigten selbst machten keine oder unglaubwürdige Angaben.

Klaus M., der mit den Bildern auf das ganz große Geld hoffte, sitzt wie 
die beiden anderen Verdächtigen in U-Haft. "Es werden weltweit eine 
ganze Reihe von wertvollen Gemälden gestohlen. Es gibt insofern auch 
eine Szene, die sich solche gestohlene Kunst hinhängt", sagt Menzel. In 
Hamburg gibt es noch zwei ungeklärte, spektakuläre Kunstdiebstähle. Im 
Mai 2002 wurde eine Skulptur des Künstlers Alberto Giacometti aus der 
Kunsthalle gestohlen. Im Februar verschwanden bei einem Einbruch in das 
Restaurant "Cuneo" Bilder des Malers Bruno Bruni. Von den Kunstwerken 
fehlt bislang jede Spur.

http://www.welt.de/




More information about the MSN-list mailing list