[CPProt.net] Lösegeld für aus der Schirn gestohlene Meisterwerke gezahlt (Ransom paid for stolen Turner paintings!)
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Sat Nov 5 06:48:09 CET 2005
Tate Gallery paid five million ransom to get Turner paintings back.
Lösegeld für aus der Schirn gestohlene Meisterwerke gezahlt
04. November 2005 Elf Jahre nach dem spektakulärsten Kunstraub der deutschen
Nachkriegsgeschichte aus der Frankfurter Schirn sind Details über den
Rückkauf der gestohlenen Gemälde William Turners und Caspar David Friedrichs
bekannt geworden. Nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat die
Londoner Tate Gallery fünf Millionen Euro Lösegeld für die beiden
Turner-Gemälde Schatten und Dunkelheit und Licht und Farbe bezahlt. Die
Hamburger Kunsthalle streitet sich den Berichten zufolge noch mit dem
Frankfurter Rechtsanwalt Edgar Liebrucks, der als Vermittler 250.000 Euro
für die Wiederbeschaffung des Friedrich-Werks Nebelschwaden vorgestreckt
hatte.
Die drei für rund 40 Millionen Euro versicherten Gemälde waren am 28. Juli
1994 aus der Frankfurter Schirn-Kunsthalle geraubt worden, wo die Leihgaben
die Ausstellung Goethe und die Kunst schmückten. Die drei Täter hatten
sich in dem Museum einschließen lassen. Zwei von ihnen und ein Hehler wurden
1999 in Frankfurt zu langen Haftstrafen verurteilt, die Bilder blieben aber
wie die Hintermänner verschwunden. Den Recherchen zufolge haben die Bilder
das nähere Frankfurter Umfeld aber nie verlassen. Sie waren zunächst in
einer Garage am Frankfurter Zoo, später in Erlensee bei Hanau versteckt.
Jugoslawische Mafia hinter Kunstraub
Nach den Angaben der Journalisten steckte eine jugoslawische Mafia um den
Frankfurter Paten Rade Centa Caldovic hinter dem spektakulären Kunstraub.
Eine Teilzahlung des Lösegelds für den ersten Rückkauf soll im Juli 2000
unter der Überwachung von Scotland Yard auf einer Parkbank in Bad Homburg
übergeben worden sein. Begünstigt von blutigen Auseinandersetzungen
innerhalb der Verbrechergruppe, denen unter anderem Caldovic bereits 1997
zum Opfer gefallen war, seien zwei Randfiguren der Frankfurter Unterwelt in
den Besitz der wertvollen Bilder gekommen.
Zwei Jahre nach dem ersten Deal unter Mafia-Regie hätten diese beiden
Männer, der aus Wien stammende Automechaniker Josef S. und sein Freund
Hartmut K., erneut den Rechtsanwalt Liebrucks eingeschaltet. Während die
Briten auch für den zweiten Turner rund zwei Millionen Euro Lösegeld gezahlt
hätten, habe sich das Geschäft mit den romantischen Nebelschwaden
Friedrichs schwieriger gestaltet.
Verkäufer angeblich nach Südamerika geflohen
Für das nur 32,5 mal 42,4 Zentimeter große Gemälde hätten die Erpresser
zunächst 1,5 Millionen Euro gefordert, seien aber schließlich auf 250.000
Euro runtergegangen. Nach WDR-Darstellung hatte sich die Kunsthalle zunächst
bereit erklärt, die Summe von einem Sponsor bezahlen zu lassen, der aber
wieder abgesprungen sei. Liebrucks habe das Bild für 250.000 Euro in die
eigene Obhut genommen und im August 2003 unversehrt zurückgegeben. Die
Verkäufer sollen mit dem Geld nach Südamerika verschwunden sein, auf der
Flucht vor Staatsanwälten und mehr noch vor rachsüchtigen Mafiosi.
http://www.faz.net/
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