[CPProt.net] Deutschlands letztes Hakenkreuz geklaut

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Sun May 22 07:00:37 CEST 2005


Polizei ermittelt am berühmten Lübecker Holstentor

Deutschlands letztes Hakenkreuz geklaut

May 21, 2005

Von E. GEHM  
 
Lübeck – Es ist wahrscheinlich das letzte Hakenkreuz, das an einem
öffentlichen Gebäude in Deutschland hängt: das Hakenkreuz am Lübecker
Holstentor. In den nächsten Tagen sollte es unter einer Platte verschweißt
und versteckt werden. Jetzt ist es weg. GEKLAUT!
Das zehn Zentimeter große Nazi-Symbol war 1934 bei einer Renovierung des
Tores an einem Regenrohr unterhalb der Dachrinne an der Westseite des Tores
angebracht worden. 

Historisch verklärt gestalteten die Nazis das Holstentor damals zur „Ehren-
und Ruhmeshalle“, einem Museum über deutsches Heldentum, um. Kulisse für
propagandistische Aufmärsche, Sonnenwendfeuer und Weihefestspiele.
 
Jahrzehntelang prangte das verfassungsfeindliche Symbol auch nach dem
Zweiten Weltkrieg an dem öffentlichen Denkmal. Ein Tabubruch?

Dr. Thorsten Rodiek, Chef der Lübecker Museen: „Der Nationalsozialismus war
nun mal ein Teil der Holstentor-Geschichte. Und damit sollten wir souverän
umgehen. Das Kreuz war eh so klein, daß es bislang kaum jemandem aufgefallen
ist.“


Die Stadt Lübeck beschloß erst 1990, das Hakenkreuz zu entfernen. Bis heute
geschah nichts! 

Sprecher Marc Langentepe (41): „Da es sehr schwierig ist, dorthin zu
gelangen, haben wir gewartet, bis im Zuge einer Sanierung ein Gerüst
aufgebaut wurde. In den kommenden Tagen sollte es entfernt werden.“


Doch unbekannte Diebe waren schneller. Zwischen dem 11. und dem 17. Mai, so
gestern die Polizei, wurde das Hakenkreuz geklau

Polizeisprecherin Sonja Kurz: „Es wurde vermutlich mit einer Blechschere
herausgeschnitten. Der Täter ist über das Baugerüst 90 Stufen
heraufgeklettert und hat außer Kratzspuren keine weiteren Hinweise
hinterlassen. Der Diebstahl wurde vom Restaurator entdeckt.“


Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Diebstahl.


PS: Hitler war nur einmal in der Nähe des Tors. Bei einer Wahlkampfrede 1930
in einem nahebei aufgebauten Festzelt. Die mehrheitlich der SPD zugeneigten
Bürger hatten sämtliche Versammlungsorte in der Stadt angemietet, um ihn
auszusperren. Hitler mußte im Dunkeln brüllen – man hatte auch den Strom
abgeklemmt.  
  
 




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