[CPProt.net] Book review: Rembrandt im Rucksack. Gerhard Meuss' Krimi über den erdachten Diebstahl des Braunschweiger Gemäldes

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Sat Dec 3 07:35:38 CET 2005


Rembrandt im Rucksack 
  
 Gerhard Meuss’ Krimi über den erdachten Diebstahl des Braunschweiger
Gemäldes
 
  Von Harald Likus

Wenn das Bild aller Bilder geklaut wird, dann geht’s hart zur Sache. Wie
aber fühlt sich der Dieb, jawohl: der Klaus, der doch eigentlich ein ganz
feiner Kerl ist?

Dieser Frage hat Gerhard Meuss einen Krimi gewidmet. "Der Rembrandt-Coup"
heißt das Buch und erzählt die zum Glück fiktive Geschichte, wie dem
Braunschweiger Herzog-Anton-Ulrich-Museum eines seiner schönsten, teuersten,
eben wichtigsten Gemälde abhanden kommt: Rembrandts "Familienbild".

Gerhard Meuss kennt sich aus in Braunschweig. Einst war er
Verwaltungsdirektor des Staatstheaters Braunschweig, dann schrieb er
Gerichtsberichte für Zeitungen, heute lebt er bei Celle. Das Beachtliche an
seinem Buch ist aber weniger die ortskundige Verankerung, auf die in dem oft
so furchtbar öden, allerdings tüchtig vor sich hin boomenden Genre des
Regional-Krimis ja immer so viel Wert gelegt wird. (Wenngleich der Satz "Zu
gern hätte ich einmal einen Blick in die Braunschweiger Zeitung geworfen" an
dieser Stelle natürlich nicht ganz ungern zitiert wird.)

Nein, es ist schon die Anlage der Geschichte selbst, die Meuss gut gelungen
ist. Wie der verkrachte, leicht versoffene Student von seinem sogenannten
Freund mit der Coup-Idee infiziert wird, wie er sich aufrichtet an den
Schwierigkeiten der Vorbereitungen, all dies ist schon spannend beschrieben.

Unglücklicher ist, wie das ich-erzählende Kläuschen immer wieder auf die
eigene Schlichtheit hinweist. "In meinem Gesicht ist nicht schwer zu lesen"
– so etwas denkt doch kein Mensch! Außerdem schlägt sich der selbst erklärte
Dummkopf ganz schön tapfer. Sowohl die Polizei als auch die Kriminellen
lernen ihn fürchten.

Ob ihm das am Ende dieses respektablen, wenn auch nicht überragenden Krimis
etwas nützt, wird natürlich nicht verraten. Das "Familienbild" aber, das
plaudern wir schon mal aus, übersteht die Touren in Klausis Rucksack
unbeschadet.

Und wie findet der echte Museums-Direktor Jochen Luckhardt dieses Buch über
den Diebstahl der Zier seines Hauses? Er hat’s gar nicht gelesen. "Aber alle
Braunschweiger sollten jetzt natürlich kommen und gucken, ob der Rembrandt
noch da hängt", sagt er. Gut, also ab ins Museum – ohne Leiter!


"Der Rembrandt-Coup". Leda-Verlag, 157 Seiten, 9,90 Euro.
 




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