[CPProt.net] Dresden: Krimi um die Königskette

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Thu Apr 14 06:02:37 CEST 2005


Krimi um die Königskette 


Dresden. Der Hauptteil des 1977 aus dem Dresdner Stadtmuseum gestohlenen so
genannten Sophienkirchen-Schatzes kehrt in den Besitz der Landeshauptstadt
zurück. Zur 800-Jahrfeier 2006 sollen die Kostbarkeiten - darunter die
"Große Königskette der Bogenschützen", Schmuckstücke und Medaillen - im
sanierten Stadtmuseum auf neue Weise präsentiert werden. 

 
Darüber informierte das Presseamt. Damit geht eine fast 30-jährige Odyssee
der beim Abbruch der Sophienkirche 1963 entdeckten wertvollen Grabbeigaben
aus dem 16. bis 19. Jahrhundert zu Ende.


Über den Diebstahl aus doppelt verschlossenen Vitrinen kursierten viele
Gerüchte. Der spektakulärste Raub der DDR-Kriminalgeschichte, wie ihn
Insider nannten, konnte nie eindeutig aufgeklärt werden. Fakt ist, dass die
38 gestohlenen Kunstgegenstände über viele Umwege schließlich Anfang der
80er Jahre in Oslo zum Kauf angeboten und von den norwegischen Kunst- und
Münzhändlern Gunnar Thesen und Jan Olav Aamlid erworben wurden.


Die wahre Herkunft der Gegenstände sei ihnen damals nicht bekannt gewesen.
Davon war auch das Amtsgericht Oslo überzeugt, das über die Klage Dresdens
auf Herausgabe der Schätze zu befinden hatte. Nach der Wiedervereinigung
Deutschlands im Oktober 1990 sei die Lage jedoch eine andere und der wahre
Eigentümer herauszufinden gewesen, urteil-ten die Osloer Richter. Sie
billig-ten beiden Parteien einen Anteil zu.


Doch inzwischen haben sichStadt und Käufer darauf geeinigt, dass Dresden den
Schatz komplett erhält und eine Gegenleistung erbringt. Über Einzelheiten
des Vertrags hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, heißt es. 


Nur ein Punkt wird noch genannt: Die beiden Herren sind offiziell zur
Eröffnung der 800-Jahrfeier nach Dresden eingeladen. "Wir freuen uns
darüber, dass die Sache ihren Abschluss gefunden hat und trennen uns
freundschaftlich", so Thesen.


Von den ursprünglich 56 Objekten des Sophienkirchen-Schatzes gelten 18 noch
immer als verschollen.

Genia Bleier

http://www.lvz-online.de/




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